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17. Oct 2018

55 Wohnungen für Menschen in Not

Das österreichweit einzigartige Projekt meinzuhaus.at in der Hübnergasse wurde am Dienstag feierlich eröffnet.

Rund 1.400 Menschen leben derzeit laut "Wohnungslosenerhebung" des Forums Wohnungslosenhilfe ohne eigenem Dach über dem Kopf. Das war das Motiv, dass sich vor fünf Jahren rund um den Geschäftsführer des Salzburger Studentenwerks, Mag. Georg Leitinger, ein Team von engagierten Bürgern gebildet hat, um diesen sozialen Notstand zu bekämpfen. Das Ergebnis ist ein Wohnbauprojekt der besonderen Art in der Hübnergasse im Stadtteil Riedenburg. Am 16. Oktober 2018 wurde das Haus mit 55 Wohnungen feierlich eröffnet.

Salzburg ist mit dem Projekt "meinzuhaus.at" wieder einmal Vorreiter in Österreich. Warum? Nur bei uns ist es möglich, so ein gemeinnütziges Projekt aus Mitteln der Wohnbauförderung zu errichten. Dafür wurde im Salzburger Landtag im Vorjahr extra das Wohnbauförderungsgesetz novelliert. Federführend war der ehemalige Wohnbaulandesrat Hans Mayr, auf dessen Initiative hin die gesetzlichen Rahmen geschaffen wurden.

Ohne diese gesetzliche Weichenstellung hätte das Bauvorhaben nicht realisiert werden können. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 2,5 Millionen Euro. Etwas mehr als 1,2 Mio. Euro entfallen auf Mittel aus der Wohnbauförderung. Die Sozialressorts von Stadt und Land unterstützten das Projekt mit jeweils 50.000 Euro. Über Salzburger Lions- und Rotary-Clubs kamen zusätzlich rund 260.000 Euro an Spenden. Der Rest wurde über ein Darlehen bei der Salzburger Sparkasse, die im Haus in der Hübnergasse auch eine Filiale der "Zweiten Sparkasse" betrieben wird, finanziert.

Die 55 von der Heimat Österreich auf dem Grundstück der Kongregation der Barmherzigen Schwestern in "Rekordzeit" von weniger als einem Jahr errichteten Wohneinheiten sind mit Bett, Kasten, Einbauküche, Dusche und WC ausgestattet. Die Bruttomiete pro Wohnung liegt mit 335 Euro pro Monat deutlich unter dem aktuellen Marktpreis. Die öffentliche Hand in Stadt und Land spart sich dadurch rund 50 Euro pro Klienten und Monat an sozialen Leistungen wie beispielsweise Wohnbedarfshilfe, weil die Menschen dort günstiger und qualitativ deutlich besser als in den einschlägig bekannten und teuren Pensionszimmern wohnen. Hochgerechnet auf ein Jahr macht das eine Ersparnis von ca. 30.000 Euro.

Die Vergabe der Wohneinheiten erfolgt grundsätzlich durch die Caritas Salzburg - in enger Abstimmung mit dem Magistrat der Stadt Salzburg. Verwaltet und technisch betreut wird das Haus vom Salzburger Studentenwerk. "meinzuhaus.at" steht also nur jenen Stadtbürgern offen, die derzeit keine Wohnung haben und als "wohnungslos" bezeichnet werden. Andere Gruppen wie Asylwerber, notreisende EU-Bürger etc. werden von sozialen Institutionen in jeweils anderen Einrichtungen betreut, nicht jedoch in der Hübnergasse.

In der Hübnergasse wohnen die Menschen "auf Zeit". Die Wohnungslosen bekommen für maximal drei Jahre ein würdiges, neues Zuhause. Für Akutfälle sind Übergangswohnungen mit einer Aufenthaltsdauer von bis zu 2 Monaten geschaffen worden. Derzeit sind schon zwei Drittel der Wohnungen belegt und täglich ziehen neue Mieter in die Hübnergasse ein.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.meinzuhaus.at

Bilder: © vogl-perspektive.at